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Historie |
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Blick auf den Schulhof 1962
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Friedrich-List-Schule |
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Auszug aus der Festschrift “75 Jahre Kaufmännische Schulen Saarbrücken”, Saarbrücken 1987
Die Kaufmannschaft, die sich mit diesem Gebäude selbst ein Denkmal setzte, weil sie es finanzierte, wählte den Namen “Friedrich-List-Schule”. Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes gab am 8. 4. 1935 sein Einverständnis.
Der Name soll an einen der bedeutendsten deutschen Nationalökonomen erinnern, der für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands von großer Bedeutung war.
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Friedrich-List-Schule (Konz, 1976)
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Friedrich List |
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Friedrich List (1789 -1846), "Vorkämpfer des Deutschen Zollvereins", dessen Idee zur Aufhebung der Binnenzölle zwischen den einzelnen deutschen Ländern führte, hatte auch persönlichen Kontakt zu einer saarländischen Unternehmerpersönlichkeit des vorigen Jahrhunderts, nämlich zu dem Oberbergrat Heinrich Höcking, dem Schwager Carl Friedrich Stumms. Die Eisenindustrie suchte Zollschutz. Höcking bemühte sich daher um Friedrich List’s Mitwirkung. Wegen dieser Beziehungen zu dem Saarland und wegen seiner Bedeutung für die Einigung Deutschlands sollen nicht nur der Name der Schule, sondern auch eine Bronzeplakette im Eingang des Gebäudes an Friedrich List erinnern.
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Friedrich List; * 6. Aug 1789; † 30. Nov 1846
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Kurze Biografie |
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Der als Sohn eines Handwerkers am 6. August 1789 in Reutlingen geborene List hatte sich aus der bescheidenen Position eines Verwaltungsbeamten zum Professor für Staatswissenschaften an der Universität Tübingen (1817) emporgearbeitet. Vertraut mit den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen im Lande, setzte er sich bald als Abgeordneter im württembergischen Landtag (ab 1820) für durchgreifende demokratische Verwaltungsreformen ein sowie für die Aufhebung der Zölle innerhalb des Deutschen Bundes. Wegen seines unerschrockenen Auftretens verlor er 1820 sein Hochschulamt, 1821 wurde ihm sein Abgeordnetenmandat entzogen, 1822 wurde er wegen “demagogischer Umtriebe” zu zehn Monaten Festungshaft verurteilt. Er floh zunächst ins Ausland, trat dann aber seine Strafe auf der Festung Hohenasperg an. Weil er sich verpflichtete, in die USA auszuwandern, wurde ihm ein Teil seiner Strafe erlassen (1825).
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Wirken |
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Während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten lernte er die enormen technischen Fortschritte im Verkehrswesen durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes kennen und kehrte 1832 als amerikanischer Konsul nach Deutschland zurück in der Absicht, seine Erfahrungen nun zum Nutzen des deutschen Vaterlandes zu verwerten. Er forderte den Bau eines ganz Deutschland umfassenden Eisenbahnnetzes als gemeinschaftliche Aufgabe und propagierte die Schaffung des Deutschen Zollvereins. In Abkehr von seiner früheren freihändlerischen Auffassung forderte er für den Aufbau einer deutschen Industrie in der Entwicklungsphase staatliche Schutzzölle gegen die Übermacht insbesondere der englischen Industrieerzeugnisse. List erreichte durch seine unermüdliche Tätigkeit von Leipzig aus, dass 1837 die erste größere und wirtschaftlich zu nutzende Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und Leipzig eröffnet werden konnte.
Mit seinen Plänen und seinen Schriften, in denen er langfristige Entwicklungen aufzeigte, war List seiner Zeit weit voraus. Erst nach seinem Tode fanden seine Arbeiten die gebührende Beachtung. Enttäuscht über die geringe Resonanz seines Wirkens setzte er seinem Leben am 30. November 1846 ein Ende.
(c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999
Weitere Informationen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_List
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